Viele „alte“ Kirchenlehrer/Innen, Klostergründer und Mystiker wie z. B. Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Teresa vom Jesus, aber auch heutig Lehrer wie Richard Rohr und Franz Jalics sind diesen Weg gegangen und haben ihn weiter gegeben, so dass er zumeist in vor allem kontemplativen Klöstern weiter gegeben und gelehrt wurde.
Noch heute wird das kontemplative Gebet nur äußerst selten außerhalb von Klöstern gelehrt, weder in den Landeskirchen – sowohl in den katholischen, wie in den evangelischen – noch in den Freikirchen.
Ich kann und will nicht beurteilen oder Vermutungen anstellen, warum es so ist; wichtiger finde ich nur, dass aus diesem Schweigen über diese Gebetsform ein offener Dialog entsteht. Nichts soll zerredet werden, sondern Menschen ermutigt werden, sich nach dieser – für viele unbekannte – Gebetshaltung auszustrecken, sie einzuüben und sie weiter zu geben.
In einer Gesellschaft, die von „großen“ Gedankengebäuden und Wissenschaftsglaube geprägt ist, die sich zwischen: „alles ist machbar“, „es muss Spaß machen“ und „Null Bock“ bewegt, die in vielen Teilen des Zwischenmenschlichen nur abwägt „ob es sich lohnt“, ist das kontemplative Gebet natürlich eine Herausforderung und m. E. auch eine Not- wendende/ notwendige Gebetshaltung.
Anders als das gesprochene, gesungene oder nur stumme gedachte Gebet, ist das kontemplative Gebet nicht auf Worte, Gedanken, Gefühle oder Impulse ausgelegt.
Somit ist das kontemplative Gebet nicht auf Intellekt, Gefühle und Logik ausgelegt, sondern auf Achtsamkeit und Hinwendung. Nicht Erkenntnis ist die erste Frucht des Gebetes, sondern Liebe und Wandlung, Erkennen und Erkannt werden.
Das kontemplative Gebet wird auch als Gnadengebet und Gnadenweg verstanden, denn wir können lernen uns darauf hin zu bewegen, können unsere Achtsamkeit auf Gott ausrichten, uns demütigen und preisgeben, aber die Gnade kommt von Gott.
Gott hat es nicht nötig, dass wir uns ändern, aber wir brauchen Gnade und Veränderung dringend, für ein sinnvolles und erfülltes Leben!
Er hat zugesagt, dass Er sich finden lässt, wenn wir Ihn suchen und Er wird ein gnädiger Gott sein, aber wann und wie Er es für richtig hält.
Das kontemplative Gebet ist eigentlich ein „Sein“ vor Gott.
Leer – ohne Worte, Gefühle und Wehrte, in voller Achtsamkeit zu Gott – warten wir vor Ihm – auf Ihn.
Das schwere Einfache ist für uns Menschen so wichtig.
Als Gott die Menschen schuf, legte Er einen Ort in ihnen, der nur für Ihn und die Begegnung von uns Menschen mit Gott, da ist. Es ist nicht wichtig wie wir diesen Ort nennen, ob Seele, Herz, unseren Geist, oder anders. Die Bibel spricht von all‘ dem, meint aber immer diesen besonderen Ort.
Dort können wir das Ausrichten auf das Du – auf Gott – lernen.
Dort zählt nicht was ich geschaffen oder versäumt habe, wie viel Bildung oder Wissen ich vorweisen kann, weder Vergangenheit noch Zukunft ist von belang. Dort ist schon etwas von der göttlichen Dimension zu ahnen – im hier und jetzt, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Dort wird die Liebe Gottes für uns Menschen am fühlbarsten.
Aber dort sind wir auch seinem „Schmelzofen“ sehr nahe. Wir können dort nur hin wie wir sind, aber wir bleiben danach nicht wie wir sind.
Hallo,
hättest Du Lust, bei uns mitzuschreiben oder eigene Artikel einzustellen, zb diesen hier ? Oder drauf zu verweisen ?
Viele Grüße,
Marc & theologisch.com Team
interessant.
kennst du von jeanne guyon „experiencing the depths of jesus christ“? könnte dich eventuell interessieren. schon recht alt und schon deshalb interessiert, schreibende frauen gab es ja im 17.jhd. nicht sooo arg viele. jedenfalls ein lesenswertes buch über den inneren weg.
und natürlich bruder lorenz, den liebe ich ja: „allzeit in gottes gegenwart“.
wollte dich aber auch nicht mit literaturtipps zutexten, sorry, wenn es nervt, lösch den eintrag einfach
Danke! Ich lese mich gerade durch die frommen Frauen des Mittelalters u. a. „Krone und Schleier“, nur stimmt es, dass es nicht so viele schreibende Frauen auch da gab, aber doch genug um sich ein Bild zu machen und eigene Wurzeln zu besser verstehen. Bei Jeanne Guyon bin ich immer hin und her gerissen und werde mich hüten mir schon eine Meinung zu erlauben, das muß noch wachsen. Bruder Lorenz habe ich noch nicht, guter Tipp – hab’ gerade mal gegooglt – werde es mir besorgen, klingt gut.