Vergeben=Vergessen= Amnesie?

Große Diskussion hier im Haus, wie ist das? Noch immer fällt mir keine endgültige Antwort ein und die Meinungen gehen hier weit auseinander. In der Bibel steht, du sollst deinem Bruder 7 mal 77 mal vergeben (Matthäus 18,21) und im „Vater unser“ (Matthäus 6,12) bitten wir:…“vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unserem Schuldigern…“, aber von krankhaftem Vergessen ist m. E. nie die Rede. Gott sagt, daß Er uns reinwaschen will, aber Er sagt nicht, dass wir das auch können. Aber…

Vielleicht hat ja der/die ein oder Andere noch einen Gedanken dazu, bzw. eine Bibelstelle die wir übersehen oder vergessen haben!

17 Antworten zu „Vergeben=Vergessen= Amnesie?“


  1. 2 myriel September 18, 2007 um 6:45

    Danke Andy, aber diese Stellen meinten wir nicht, und „nikodemus“ ist mir vertraut, aber die Diskussion ging um „Vergessen“, ob ich dass erwarten kann, dass wenn ich oder andere vergeben, wir auch „vergessen“ werden/können/müssen?

  2. 3 andy55 September 18, 2007 um 7:05

    okay – dann noch dies: ich habe vergeben und vergessen nicht zusammen in einem bibelvers gefunden. und dann denke ich, dass gott auch nicht von uns verlangt, dinge, die schmerzhaft waren, zu vergessen. wer kann sich selbst so manipulieren? es sei denn, ein „vergessensprozess“ bringt das erlebte mal in den hintergrund unseres denkens…
    aber zum vergeben werden wir aufgefordert, nicht, wenn man gefühlsmässig so weit ist, sondern vom kopf her, denn ich denke es ist wie beim lieben: eine entscheidung.
    aus eigenem erleben von verletzungen muss ich sagen, dass bestimmte situationen immer mal wieder „auftauchen“, aber lange nicht mehr so schmerzen, wie als die wunden frisch waren.
    vielleicht ist es ein probates mittel, dass gott einem das „geschenk“ macht, damit fertig zu werden, ohne dass bitterkeit und ärger immer wieder hochkommt.
    liebe grüsse,
    andy

  3. 4 myriel September 18, 2007 um 8:11

    Klasse andy, ich konnte es nicht zusammen fassen,argumentierte mehr so in Richtung eines Weges. Aber mit Deinen Worten kann ich es besser den Kids erklären, was ich meinte. Danke!

  4. 5 grenzgaenge September 23, 2007 um 8:19

    liebe myriel,

    ich wuensche dir eine gute woche, schavua tov !

    im moment bin ich nicht so viel online, aber ich schaue immer wieder sehr gerne hier vorbei weil du hier wichtige frage ansprichst. weiter so, bitte ;-)

    herzliche gruesse,
    grenzgaenger

  5. 6 myriel September 24, 2007 um 10:18

    hallo grenzgaenger, auch ich bin durch die Arbeit z. Z. sehr eingespannt und deshalb oft nur sehr kurz im Netz. Danke für das Lob, und für Deine guten Wünsche!! Auch Dir eine gesegnete Woche, shavua tov! sei umarmt, myriel

  6. 7 andy55 September 27, 2007 um 5:45

    hi myriel,
    danke für deine lieben grüsse zu meinem geburtstag. habe mich gefreut…
    schalom, andy

  7. 8 petersemenczuk September 29, 2007 um 7:02

    @ myriel, auch zu diesem Thema möchte ich Dir, meine christliche Lebenserkenntnis mitteilen, die auf persönliche Erfahrung beruht seit meiner ersten Entäuschung durch „fromme“ Sünder.
    1.Hat Dir Jemand übel mitgespielt, dem Du Vertrauen entgegen gebracht hast, so sollst Du vergeben,
    ( Vergessen, wirst Du es nicht können, so der Mensch in Deiner
    Nachbarschaft lebt.
    Hast Du ihm aber vergeben, und das vor Gott und Deinem Gewissen, so bist Du nicht mehr verpflichtet mit diesem Menschen Gemeinschaft zu haben.
    Wenn negative Gedanken kommen, so verleugne sie, denn VERLEUGNEN hat einen auslöschenden CHARAKTER, gleich wie das Kreuz Christi!
    Wir sind überhaupt nicht verpflichtet mit den Menschen Gemeinschaft zu pflegen, die ständig, dem Geist des Bösen nachfolgen und sich gegenseitig und uns verletzten und verleumden.
    Wie heißt es doch so schön in den Psalmen:
    „Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen,
    noch tritt auf den Weg der Sünder,
    noch sitzt, da die Spötter sitzen“. Psalm 1,
    Beurteile die Sünde gleich so, wie Gott sie bewertet und verurteilt. SÜNDE ist immer, ein Werk des Sünders, kommt aus dessen Fleisch und Verstand, durch den er sich selber verdammt! Römerbrief Kapitel 8.1-4
    Glieder des lebendigen Christus, die den wahren Tempel Gottes darstellen, haben keine Gemeinschaft mit den Gliedern und Tempel/ Synagoge/ D.h. Schule des Satans.
    2. Korintherbrief Kapitel 6,/Offenbarung Kapitel 2,und 3,
    So wie Gott mit dem Satan keine Gemeinschaft haben, so haben
    Licht und Finsternis bei Gott, auch keine Gemeinschaft noch Gemeinsames.
    Auch Wahrheit und Lüge/Notlüge sind nicht füreinander geschaffen, sie stehen im Widerspruch zueinander und deshalb, Gott ein Gräuel wenn jamnd dem dreimal heiligen Gott und Teufel, dienen und gerecht werden will auf Erden.
    Nach meiner vierzigjährigen Leben-Jesu-Forschung im Heilöigen Geist und Christus in mir, unter Hinzuziehung mehrerer Bibelübersetzungen im Inn wie Ausland, habe ich keine Stelle in der Bibel gefunden, wie mir auch der Heilige Geist bezeugt immerdar, wo wir als Wiedergeburt-Christen, mit denen Gemeinschaft haben sollen, die da wider Gott und Menschen bewusst sündigen, heucheln, und als Lebenslügner gelten vor Gott, um Christi willen.
    Hat Dir Jemand weh getan, vergebe vor Gott und Deinem Gewissen, und schüttle den Staub von Deinen Füßen, und gehe Deinen Weg.
    Kommt aber dieser Mensch und bittet um Verzeihung, so sollst Du ihm vergeben, nicht nur 7 mal, sondern 77 mal.
    Ermahne ihn aber ernst im Angesicht Gottes, dass er, seine Verfehlungen im Angesicht der wahren und totalen Erlösung, die durch Jesus Christus bereits geschehen ist, sie vor Gott verantworten wird, denn er treibt eine Posse mit dem Christus, dem Heiligen Geist und und dem geschehenen Erlösungswerk.
    Hierdurch wirst Du Ruhe finden für Deine Seele, wenn Du so es hand -habst, was ich auch Dir und allen Mitchristen wünsche vom Herzen.
    Da Du einige Erfahrungen bezeugst mit dem inneren Christus, komm und gehe zu Ihm, und sage Ihm was Dich bedrückt, Du wirst staunen wie gut es ist Deinem Geist,Seele und Leib, das erleuchtende Wort Gottes zu Deinem inneren und äußeren Zustand, aus seinem Mund zu hören, was ich allen Lesern empfehlen möchte in der Liebe Christi.
    Peter Semenczuk

  8. 9 Netty Oktober 2, 2007 um 12:57

    Ich habe gelernt, daß es besser ist die Gefühle rauszulassen, als alles in sich reinzufressen. Eine Aussprache hilft immer. Wir Menschen müssen mehr miteinander kommunizieren.

  9. 10 anitz Oktober 6, 2007 um 7:26

    Um. Spontan, und nicht zwingend in der gleiche Richtung wie die zwei Kommentare vor mir, denke ich an Joseph (AT, der mit den multi-farbigen Mantel).

    Joseph, wie er mit seine Gefühle umgegangen ist, bei Potifar, nach Potifar, im Gefängnis, beim Pharao, und erst recht nach dem er „aufgestiegen“ war, soll der erste Hinweis auf Christus sein. Das heißt, wie er seinen Brüdern gegenüber Erbarmen gezeigt hatte, als er sie bei der Hungersnot gerettet hatte, so hat er gezeigt, wie der Christus Erbarmen zeigen wird. Joseph zeigt uns, daß man vergeben kann und aus diesen vergeben eine bewusste Barmherzigkeit gewinnen kann. Er hat nicht vergessen, was sie ihn angetan hatten. Er lies sich auf ein Prozess des reifer Werdens ein. Wenn ich meine 5 Kinder erkläre, wie das ist mit vergeben ist (oh, das kommt oft vor… denn mit diesen Thema ist sehr oft auch „nachtragend“ mit involviert!), dann kommen wir immer wieder zurück zu Joseph (unter anderen).

    Vielleicht sollten Sie einfach diese Geschichte mit Ihren Kindern lesen und darüber reden? Mittlerwiele sind wir beim Luther Pur, aber wir haben mit einige unterschiedliche Kinderbibel, darunter auch Bilderbibel über die Jahre gelesen. Selbst kleine kinder (ab 2) können sehr viel von eine gut geschriebene Kinderbibel verstehen.

    Anitz

  10. 11 anitz Oktober 6, 2007 um 7:28

    Oh, aus irgendein Grund, ist meine Name nicht mit ein link zu meinen Blog versehen. Darf ich ihn nachträglich eintragen?

    Anitz schreibt bei http://genuegsamesleben.wordpress.com

    Danke!

  11. 12 Noga Dezember 19, 2007 um 9:03

    Schöne Weihnachtsfeiertage und alles Gute für das neue Jahr.
    Hoffentlich liest man Dich dann wieder öfter???

  12. 13 wegbegleiter Dezember 26, 2007 um 4:41

    Liebe Myriel,
    erst mal nachträglich gesegnete Weihnachten und ein wirklich gutes und getragenes neues Jahr dir! Alles Liebe dir!
    Vergeben oder vergessen? Spannende Frage – das eine ist ein Willensakt vor Gott, frei nach T. v. Avila: ich kann nicht vergeben, ich will nicht mal vergeben, aber ich will wollen und darum bitte ich. Im Namen Gottes kann man denen vergeben, die einem böses getan haben. Vergessen ist finde ich überhaupt nicht erstrebenswert. Wir tragen unseren Lebensweg mit uns, er prägt uns und es ist meines Erachtens nie gut, etwas wegzulassen. Wenn mein Partner fremd gegangen ist und man einen Neuanfang schafft (hypothetisch!), dann ist das toll, aber dieses Erlebnis wird Teil der gemeinsamen Geschichte und findet sich bestenfalls wieder in verändertem Verhalten, mehr Achtsamkeit auf den Anderen etc… Vergeben – das ist Christenpflicht und Willensakt. Vergessen – das ist nicht sinnvoll, verarbeiten dagegen sehr wohl und das ist eine geistlich-seelsorgerische Aufgabe…

  13. 14 Netty Dezember 30, 2007 um 1:03

    Ich bin zwar nicht religiös, deshalb schreibe ich es in dieses Blog, wo sich viele religiöse Menschen vereinen:

    Könnt Ihr bitte für dieses kleine Mädchen u. deren Eltern beten:

    http://hilkman.wordpress.com/

    Sie können jede seelische Unterstützung gebrauchen! Du verstehst es bestimmt Hao!

    Vielen herzlichen Dank!

    lg Netty

  14. 15 Netty Dezember 30, 2007 um 1:37

    Ich habe mich doch im Blog vertan! Ich habe einfach nur bei mir „Gebet“ gedrückt u. dachte es sei Haos Blog. Na ja hier in diesem Blog ist dieser Link auch richtig. Ich war sehr gerührt von der Geschichte in diesem Blog u. konnte gar nicht mehr richtig u. geradeaus denken.

    Frohes Neues Jahr!

  15. 16 Ehrentraut Februar 19, 2008 um 4:30

    Hab mich gerade mal hierher verirrt, und bin dann über den Eintrag über das Vergeben gestolpert. Es haben ja schon einige etwas dazu gesagt. Mir fällt grad nur dazu ein, daß Gott bei seinem eigenen Vergeben nicht vom Vergessen spricht. Es heißt da nur: Er wird der Sünden nicht mehr gedenken.
    Wenn bei Gott das Vergeben bedeutet, daß er, obwohl er um die Sünden weiß, dieser nicht mehr gedenken will, dann heißt das auch, daß er sein Handeln uns Menschen gegenüber nicht mehr von unseren Sünden abhängig machen will.
    Und ich denke, das ist es auch, was er meint, was wir tun sollten. Wenn Jemand uns verletzt hat, dann können wir ihm oft nicht mehr vorbehaltslos begegnen. Wir lassen unsere bittere Erfahrung im Umgang mit diesem Menschen in unser Verhalten immer mit einfließen – so, daß es sich auch anhäufen kann, wenn dieser wieder und wieder verletzt – was dann oft zum endgültigen Bruch führt.
    Gott macht es uns vor, daß er zwar weiß, wie schlecht wir sind, und daß wir immer wieder und wieder gegen ihn sündigen – aber er ist immer wieder bereit, das Böse, das wir tun, zu versenken .. nicht mehr dran zu denken – sein Handeln mit uns davon nicht beeinflussen zu lassen.
    Und nur, weil wir das Vergeben bei ihm erleben, können wir das auch unseren Mitmenschen gegenüber.
    Ich verstehe heute, nach vielen Jahren mit Jesus, immer mehr den Ausspruch: Sie liebt viel, weil ihr viele Sünden vergeben wurden.
    Ich denke, es sind nicht die „Braven“, die besonders gut vergeben können – sondern die, die diese Vergebung selbst immer wieder erleben und immer wieder unfaßbar davor stehen, daß Gott das immer noch vergibt.
    Und diese Freude, dieses Staunen, was mich erfüllt, wenn Jesus mir „wieder einmal“ vergeben hat – das hat den Charakter, daß ich es wünsche, diese Freude darüber auch bei anderen zu erleben – damit sie auch den Weg finden, zu dem, der noch viel besser vergeben kann.
    Sorry – ist doch ein halber Roman geworden – sollten eigentlich nur zwei Sätze sein…. aber wem das Herz voll ist …. *lach*

  16. 17 Noga Juni 28, 2008 um 9:14

    Alle paar Wochen schaue ich vorbei in der Hoffnung, dass es einen neuen Eintrag gibt. Schade! Trotzdem viele Grüße


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