Ob auf den Kanzeln unseren Kirchen, in der Politik oder im Privatleben – es stirbt nicht aus! Immer wieder fühlen sich die berufen, die gerade am weitesten weg von der Problematik der Betroffenen sind!
Der unverheiratete Priester, der meint er könne die Schwierigkeiten einer Ehe verstehen; der glückliche Familienvater, der das bittere Los der ungewollten Kinderlosigkeit bewältigen kann; der Minister mit einem Einkommen von dem 10 bis 20 Fachen eines Harz IV-Empfängers weiß, wie man/frau damit leben kann; die in harmonischer Ehe lebende Pfarrerin, die weiß wie ein unglücklicher Single mit der Einsamkeit klar kommt usw. Offensichtlich meinen noch immer Menschen andere Belehren zu müssen, obwohl sie nur leeres zu bieten haben.
Ich rede nicht von den Menschen, der mit einem Betroffenen gemeinsam um eine Lösung suchten, sondern von denen, die meinen die Lösung für einen Anderen zu haben. Die, die in einem ganz anderem Lebenszusammenhang leben und – meist ungefragt- erklären, was und wie der Andere in seinem Leben alles anders und richtiger machen kann.
Diese Arten von Wissen und Rat-Schläge, sind nur Schläge und verletzen nur den dem sie gelten! Sie sind nicht tauglich für die Seele und das Leben!
Aber wie schon gesagt, sie sterben nicht aus!
Lasst sie nicht durch uns noch mehr werden!
ich sehe dies auch so wie du, aber trotzdem…es ist möglich durch zuhören….wenn man sich mit menschen auseinandersetzt und deren probleme, kann man auch mitfühlen…man kann…muss aber nicht..und dies ist auch nicht in jedem menschen in seinem innersten drinnen.
ich finde sowieso, dass viele menschen den falschen beruf ausüben und andere, die mit der lebenschule beschäftigt waren und immer wieder berg und tal vorgefunden haben, viel besser geeignet wären, es aber nicht schafften die schule so durch zu ziehen, dass es gereicht hätte..
mich hat dieses mitfühlen als kind ziemlich kaputt gemacht, da ich keinen filter hatte..heute kann ich es zum glück etwas besser.
ich habe nicht viel von glaube gehalten, war sehr unreligiös…doch das leben zeigt es dir halt immer wieder…da ist was…ganz eindeutig und je mehr tiefs du hast, desto mehr spürst du das auch. lg hispace
Ja!ich stimme Dir zu!, und das meinte ich auch, als ich schrieb: „Ich rede nicht von den Menschen, der mit einem Betroffenen gemeinsam um eine Lösung suchten, sondern von denen, die meinen die Lösung für einen Anderen zu haben.“ Aus Deinem Blog habe ich schon gemeint raus zu lesen, daß Du nicht die „Lösungen“ hast, sondern eine Begleiterin für die Suchenden sein willst – wenn auch mit einem anderem Wissenstand – aber eben nicht von oben, so wie ich auch in: Jesus wusch Füße – nicht Köpfe – beschrieben habe.
Ja, ich glaube auch zu Wissen, daß es als Kind fast nicht möglich ist einen „Filter“ auf zu bauen, aber als Erwachsene ist es schon oft überlebens-NOT-wendig! Aber das hast Du ja bei Sonja recht gut beschrieben, wenn es auch Dir nicht lückenlos gelingen wird, aber daß macht Dich nur menschlicher! Gruß myriel
Diese Beitrag unterschreibe ich sehr gerne. Oft sollte man auch nicht „richten“, wenn man nicht weiß, warum ein Mensch so handelt bzw. gehandelt hat. Schulfreundinnen meiner Tochter nehmen Drogen, eine trinkt u. nimmt Drogen, die andere nimmt nur Drogen. Ich habe meine Tochter nie den Umgang mit den beiden verboten, weil ich die beiden vom Kindergarten her kenne. Es sind sehr nette Mädchen u. sie tun mir leid. Ich frage meine Tochter oft, was die beiden so machen. Ich hoffe sehr, daß sie aus diesem Teufelskreis bald herauskommen. Doch verurteilen darf ich sie nicht, denn es könnte jedem passieren – auch mir!
naja, nach derselben logik müssten ärzte krank sein um helfen zu können, juristen im knast sitzen usw. ganz so einfach ist es nicht. ich denke schon, dass man auch leuten etwas zu sagen haben kann, wenn man nicht akut in ihren schuhen läuft.
Nee , es ist ein Unterschied, ob ich mich hinstelle und sage ich: „weiß wie Du Dein Leben bewältigen kannst, ich kenne die Lösung Deiner Probleme“, oder ob ich sage: „ich kann Dir mit meinem Wissen helfen, die Entscheidung liegt bei Dir“, oder ich biete an: „ich gehe mit Dir ein Stück des Weges und helfe Dir aus vielen Möglichkeiten, eine zu finden, mit der Du leben kannst – ich will Dir dienen“. Es ist die Grundeinstellung die zählt, auch bei Ärzten oder Juristen die gesund und frei sind und mögen sie noch so kompetent sein.
aber wenn es eine frage der einstellung ist, ist es doch egal, ob jemand „satt“ oder nihct ist, oder? vermutlich meinen wir ohnehin was ähnliches. ich habe nur schon mit zu viele drogensüchtigen geredet die alle meinten, dass ich als nicht-junkie ja ohnehin keine ahnung hätte usw. wobei ich auch meine drogenzeit hinter mir habe…
vielleicht hat der post einfach nur irgendwelche konotationen bei mir geweckt, die du gar nicht gemeint hast.
gottes segen dir!
lol, wenn ich was in Dir ausgelöst habe, was Dir die Haare zu Berge steigen läßt, tut es mir leid!! Daß dies aber ausgerechnet bei Dir so ist, finde ich gelinde gesagt etwas merkwürdig, da Du ja nun wirklich nicht als „Satter“ zu verstehen bist – mit Deinem grenzenlosen Hunger nach Gottes Weisheiten und Liebe! Komisch finde ich das schon, aber vielleicht hast Du in sofern recht, daß es zu plakativ ist Menschen in „satt“ und „hungrig“ einzuteilen. Werde weiter darüber nachdenken!
manchmal nimmt man seine stärken als schwächen wahr, weil man gerade in diesen bereichen viel investiert um weiter zu kommen. egal. ich fühle mich auch nicht satt.