Gute Taten?!

dscn0296.jpgJugendevangelisation – und was auch Erwachsenen dabei lernen können, ist doch manchmal so ganz anders, als wir uns das so vorstellen!

Wie gesagt Jugendevangelisation!

Vorne standen jede Menge Kids. Sie wurden am Abend vorher aufgefordert, einen Tag lang, immer zu zweit, „Gute Taten für Jesus“ zu tun und nun sollten sie erzählen, was sie getan hatten und wie es ihnen dabei ergangen ist. Viele der Kids hatten sich wirklich sehr ins Zeug gelegt und waren beeindruckend kreativ gewesen. Eine zweier Gruppe Mädchen – nennen wir die beiden mal Lisa und Nina – war schon vorher leise am diskutieren und Lisa machte einen sehr bedrückten Eindruck. Als das Mikrofon an Lisa gegeben wurde, sagte sie nur unglücklich, dass sie nichts erzählen könne: „Ich habe nichts für Jesus.“ Empört sagte Nina darauf hin, dass es nicht wahr sei, dann Lisa hätte den ganzen Tag hart gearbeitet, für alte Menschen aus der Nachbarschaft. Worauf Lisa sinngemäß sagte: „Aber ich habe es doch nur getan, um hier etwas erzählen zu können und habe es doch dann für mich und nicht für Jesus getan. Und je mehr ich versuchte etwas zum erzählen zu finden, umso weniger konnte ich an Jesus denken.“

Welche Weisheit von diesem Kind! Es hatte genau diesen Unterschied erkannt, der zwischen unserem „frommen guten Taten“ und „ Jesus Dienen“ liegen. Sie hatte klarer verstanden, was in Mt 25, 35-40 gemeint ist, als wir, die wir den Kids etwas von einem Weg in der Nachfolge erklären wollten!

Nur wenn wir den Anderen zweckfrei und in seinen ganzen Person wahrnehmen und ihm um seiner Selbstwillen dienen, und nicht auf unsere Seele und Frömmigkeit bedacht sind, wenn wir Jesus nicht „erkennen“, nur dann haben wir Ihm gedient. Denn Jesus sieht uns auch um unser Selbstwillen an und liebt uns nicht aus einem Zweck heraus, sondern aus dem Ursprung der Liebe.

Um es auch drastischer auszudrücken: Wenn ein Mensch „nützlich“ für uns ist/wird, wenn wir ihm dienen, dann sollten alle Alarmglocken angehen und wir sollten unsere Motivation überprüfen!

Mt 25

35 denn mich hungerte, und ihr gabet mir zu essen; mich dürstete, und ihr tränktet mich; ich war Fremdling, und ihr nahmet mich auf;
36 nackt, und ihr bekleidetet mich; ich war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefängnis, und ihr kamet zu mir.
37 Alsdann werden die Gerechten ihm antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig und speisten dich? Oder durstig und tränkten dich?
38 Wann aber sahen wir dich als Fremdling, und nahmen dich auf? Oder nackt und bekleideten dich?
39 Wann aber sahen wir dich krank oder im Gefängnis und kamen zu dir?
40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es einem der geringsten dieser meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan.


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