Anders als das gesprochene, gesungene oder nur stumme gedachte Gebet, ist das kontemplative Gebet nicht auf Worte, Gedanken, Gefühle oder Impulse ausgelegt.
Somit ist das kontemplative Gebet nicht auf Intellekt, Gefühle und Logik ausgelegt, sondern auf Achtsamkeit und Hinwendung. Nicht Erkenntnis ist die erste Frucht des Gebetes, sondern Liebe und Wandlung, Erkennen und Erkannt werden.
Das kontemplative Gebet wird auch als Gnadengebet und Gnadenweg verstanden, denn wir können lernen uns darauf hin zu bewegen, können unsere Achtsamkeit auf Gott ausrichten, uns demütigen und preisgeben, aber die Gnade kommt von Gott.
Gott hat es nicht nötig, dass wir uns ändern, aber wir brauchen Gnade und Veränderung dringend, für ein sinnvolles und erfülltes Leben!
Er hat zugesagt, dass Er sich finden lässt, wenn wir Ihn suchen und Er wird ein gnädiger Gott sein, aber wann und wie Er es für richtig hält.
Das kontemplative Gebet ist eigentlich ein „Sein“ vor Gott.
Leer – ohne Worte, Gefühle und Wehrte, in voller Achtsamkeit zu Gott – warten wir vor Ihm – auf Ihn.
Das schwere Einfache ist für uns Menschen so wichtig.
Als Gott die Menschen schuf, legte Er einen Ort in ihnen, der nur für Ihn und die Begegnung von uns Menschen mit Gott, da ist. Es ist nicht wichtig wie wir diesen Ort nennen, ob Seele, Herz, unseren Geist, oder anders. Die Bibel spricht von all‘ dem, meint aber immer diesen besonderen Ort.
Dort können wir das Ausrichten auf das Du – auf Gott – lernen.
Dort zählt nicht was ich geschaffen oder versäumt habe, wie viel Bildung oder Wissen ich vorweisen kann, weder Vergangenheit noch Zukunft ist von belang. Dort ist schon etwas von der göttlichen Dimension zu ahnen – im hier und jetzt, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Dort wird die Liebe Gottes für uns Menschen am fühlbarsten.
Aber dort sind wir auch seinem „Schmelzofen“ sehr nahe. Wir können dort nur hin wie wir sind, aber wir bleiben danach nicht wie wir sind.
0 Antworten zu „Das kontemplative Gebet“